De Burn

Natürlich weuern us Burn von Anfang an Heideburn un keen Mauerburn, denn se levten in de Hei’ un mit de Hei’. Jeder Bur hau de Hei’ mit de Heidlee un Heidhark (Wappen). Ok up dat Mauer wüß meistens Hei’, wenn dat dor nich grad tau natt wür. De Hei’ wür in Diemen upstellt. een Grotknecht schull 120 Diemen pro Dag hauen, dat wür denn grad een Feuher. Een Lüttknecht schull 80 Diemen bringen. De Hei wür up’n Hoff feuhrt un vör de Grod Döör affladt, sodatt se dicht bi dat Veeh wür, denn dat Veeh wür jeden Morgen mit de Hei’ streit. Dat geev denn dan eenzigen Meß den de Burn für jüm ehrn Acker harn, Kunstdünger geev dat freuher ja nich. De Däcker von de Hüüs un Stallungen würn mit Rongenstroh (Roggenstroh) deckt. De Firste ober würn mit Hei’ deckt. De Hei’ müß extra utsöcht warn, se müß moosfree ween, dormit se nich fuhlen kunn, uterdem müssen de Plaggen möglichst grod ween. De Plaggen würn denn mit Spieren fastmakt. ( Bauk 1, Siet 21) Spieren weuern 1 cm dicke Twiegen von Weiden oder Vogelbeern wohl ¾ m lang, an beiden Enden anspizt un in de Mitt kloppt, dormit man se bögen kunn. So würn beide Enden in de Plaggen steken.

Alle Burn harn eene Schnuckenherde von 80 - 120 Schnucken. Dortau müssen se natürlich eenen Schaapstall hem’ un eenen Schäper: De Schnucken würn wied öber de Hei’ dreben, bet int Königsmauer. Bi de Verkopplung, dat wür de Spezialteilung, wür de ganze Besitz von dat Dörp up de eenzelnen Burn verdeelt, un mancher Schaapstall stünn nu nich up den Burn sien Hei’, so müß de Stall ümsett warn . Ok Immen har jeder Bur, meist harn se eenen groden Immenstand, (Bauk 1; siet 22) dortau gehür denn ok een Imker. Tieten Imtun weuer 4 Rau lang un 2 Rau breet, dor güngen denn miehr at dree Lachten rin. ( 1 Rau = Rute = 4,67 m, 1 Lacht = 40 Lünbörger Stülper) (Stülper = Immenkiepen).

Familiennamen würn damals noch nich gebräuchlich, weil dat noch wenig Minschen geben dä,aber so kann man annehmen, dat et damals in Wist 4 Burn geben hätt. Uderdem meut dat free’e Burn wenn hem’, denn unfree’e dröffen nich dichter at 63 Schritt an de Obrigkei rankommen. Ober wenn se so wied affsünd, künnt dat ja keene Tügen miehr ween.
In späteren Joahrhunnerten het sik dat grundlegend ändert, alle Burn in de Gegend würn unfree, meist dörch kriegerische Ereignisse wie de Horneburger Fehde. Damals käumen die Burgmannen von de Horneburg öber de Grenz un öberfüllen eenzelne Dörper oder Hööf. Wenn de Bur sik wehrten, wür he verprügelt oder dotschlan un sien Hus ansteken. De Bur kunn sik also nich wehren, sondern he müß den Grundherrn benachrichtigen, ober bet de mit eene Gegenmannschft dor weuer, würn de Horneburger mit Beute ( Kühe oder Pferde) längst wedder öber de Grenz. De Lünbörger füllen dann eenes Daas öber een Horneböger Dörp her. So häbt de Burn up beiden Sieten den Kampf utholen müßt, obwohl se von de Obtigkeit schützt warn schulln, un dorför düchtig betahlen müssen.


Vorherige Seite *** Nächste Seite